Über die Querdenken-Demo in Berlin

Während die Mainstreammedien in gewohnter Gemeinschaft mit den Blogs der volksfeindlichen Antifa die Kundgebung von „Querdenken 711“ in Berlin am vergangenen Sonnabend verurteilen und sich aufeine „Erstürmung“ des Reichstages durch eine kleine Gruppe von Demonstranten konzentrieren, die bei genauerer Betrachtung nichts anderes als eher eine Ansammlung für ein Fototermin auf den Stufen desselbigen war (keine verletzten Polizisten, kein Versuch ins Gebäude einzudringen), möchten wir an dieser Stelle ein objektiveres Bild über die Geschehnisse in Berlin versuchen wider zugeben.

Unsere Kleinbusbesatzung machte sich bereits frühzeitig von Thüringen aus auf den Weg in die Hauptstadt, weil man soviel als möglich von den verschiedenen Kundgebungen rund um das Brandenburger Tor mitnehmen wollte. Der Anlass überhaupt für eine Fahrt zu diesem Spektakel war für uns das politische Interesse daran, was jene zu sagen haben, die man medial als „Corona-Leugner“ diffamiert und deren Zahl und Vernetzungsgrad sich zuletzt massiv steigerte. Auch interessierte es uns, welche Gruppen jenseits derer vertreten sein würden, die die Maßnahmen der Regierungen als unbegründet oder zumindest übertrieben verurteilen und demenstprechend dagegen protestieren.

Von Reichsbürgern war schließlich ebenso die Rede, wie von ganzen Horden Rechtsextremer, die angeblich zum Sturm auf Berlin bliesen.Dazu würden sich lt. Medien (wie bereits am 1.8. zur vorangegangenen Kundgebung) Hippis, Vertreter der Berliner Clubszene und allerhand „Verschwörungstheoretiker“ gesellen. Insgesamt eine eher unglaubliche Mischung, die unsere Aufmerksamkeit auf sich zog und die uns mit einer gewissen Neugier die drei Stunden Fahrt lohnenswert erscheinen ließ.

Nachdem wir erfuhren, dass die Demonstration auf der Friedrichstraße (Ostberlin) von der Staatsmacht eingekesselt und es den Teilnehmern untersagt wurde, auf eine andere auszuweichen bzw. auf der Straße des 17.Juni auf den Kundgebungsbeginn von „Querdenken“ zu warten, entschieden wir uns für einen Aufenthalt auf der westlichen Seite des Brandeburger Tores mit Laufrichtung Siegessäule. Dort angekommen stellten wir folgende Personengruppen fest: – überwiegend normale Menschen jeglichen Alters, die mit Schildern, Transparenten und anderen, teils aufwendig hergestellten, Mitteln auf die übertriebene Panikmache der Regierung aufmerksam machen wollten- viele politisch engagierte Gruppen, deren Zielsetzungen ein Friedensvertrag für Deutschland mit den ehemaligen Kriegsgegnern ist, von dem sie sich mehr Souveränität für unser Land versprechen- „Abordnungen“ von völkischen und esoterischen Gruppen und jene, die man gemeinhin als Hippis tituliert- mehrere Gruppen, die offensichtlich der Berliner Partyszene zuzurechnen sind und die auf die prekäre Lage ihrer Clubs hinweisen wollten.

Leute, die die Politik Donald Trumps und Waldimir Putins unterstützen- normale Bürger, die des Themas wegen auf die Redner warteten. Als Organisationen traten erkennbar engagierte Christen, die AfD und die NPD mit Infoständen auf, auch wenn letztere ihren Namen hinter dem Auftritt ihrer Zeitung „Deutsche Stimme“ zu verbergen versuchte. Aus dem europäischen Ausland waren Gruppen aus Polen, Holland und Österreich für uns sichtbar. Die vielen Schwedenfahnen dürften nicht von Angehörigen diesen Volkes getragen wurden sein, sondern eher von Befürwortern des dortigen liberalen Umgangs mit der Corona-Problematik. Kurios muteten für uns Leute an, die gleichzeitig mit der US-Flagge, der Fahne Russlands und der des ehemaligen Deutschen Kaiserreiches (Schwarz-Weiß-Rot) unterwegs waren.

Als (künstlerische) Darbietungen nahmen wir Trommelgruppen, einen Pianospieler und eine Volkstanzgruppe wahr. Das von den Medien hochgespielte Potential von „richtigen“ NS ́lern können wir nicht bestätigen. Zwar waren einige bekannte Gesichter zu erblicken („Volkslehrer“ & Co.) und es gab auch einige mit recht eindeutigen T-Shirt-Aufdrucken, aber in der Masse der Leute gingen diese zahlenmäßig unter. Apropos Masse. Die von der Berliner Polizei genannte Zahl von 40.000 Menschen halten wir für arg untertrieben. Als regelmäßiger Besucher von Fußballspielen in München schätzte einer unserer Leute die Zahl der Anwesenden auf ca. 150.000.

Er liegt damit in etwa gleichauf mit den Beobachtern der“Kritischen PolizistInnen“, die auf ihrer Netzseite nicht nur zum vorhergehenden Verbotsversuch durch den Berliner Innensenator und dem angeblichen „Sturm auf den Reichstag“ Stellung nehmen, sondern auch auf die massiv angewendete Gewalt ihrer Kollegen vor Ort: https://www.kritische-polizisten.de/2020/08/verbot-des-demonstrationsverbots/

Daraus: „Am markantesten war jedoch, wie – wieder einmal – aus politischen Gründen die Teilnehmerzahl der vollkommen falsch als Corona-GegnerInnen gelabelten DemonstrantInnen weit – sehr sehr weit – zu niedrig angesetzt worden ist. Ansonsten ist es geübte Praxis – zu Silvester und anderen Ereignissen – die geschätzte Teilnehmerzahl von Veranstaltungen in Berlin, wenn das Brandenburger Tor mit der sechsspurigen Straße von der „Straße des 17.Juni“ bis zur Siegessäule mit Menschen gefüllt ist, von rund einer Million TeilnehmerInnen auszugehen.

Die Stimmung auf der Straße des 17.Juni war ausgelassen, fröhlich und von einem aufrichtigen Umgang der Träger der verschiedenen politischen Ansichten untereinander geprägt. So diskutierten offensichtliche Anhänger eher linksautonomer Gesinnung mit normalen Bürgern, da standen Träger von Regenbogenfahnen dicht an dicht mit jenen, die über die alte Reichsfahne auf eine fehlende Verfassung in Deutschland aufmerksam machen möchten und sprachen jene miteinander, die die Corona-Pandemie für eine komplette Erfindung der Eliten halten mit jenen, denen „nur“ die Einschnitte in ihren bürgerlichen Freiheiten im Zuge einer nötigen Pandemiebekämpfung zu weit gehen.

Zu keiner Zeit konnten wir irgendwo aggressives Verhalten verbaler oder körperlicher Art feststellen. Selbst die Verteiler der NPD-Zeitung an der Siegessäule wurden unbehelligt gelassen und des öfteren in ganz normale Gespräche verwickelt. Unseren Hinweis, dass die Lautstärke ihrer Musik vom LKW eben gerade jene, für alle Seiten wichtigen, Gespräche leider erschwert, kam man dort ohne zu zögern mit der Abstellung derselbigen nach. Es dürfte gerade diese, die politischen Lager übergreifende, Kommunikation sein, die dem System ein massives Dorn im Auge ist und weswegen man die gesamte Veranstaltung im Nachinein massiv zu diskreditieren versucht. In Anbetracht eines Regimes, welches sich selber als unfehlbar hält, keinen Widerspruch und keine Kritik mehr zulässt, man nennt das gemeinhin Totalitarismus, finden Menschen zusammen, die unter normalen Zeiten sich keines Blickes gewürdigt und/oder eher über die Fäuste ihre 1:1 von den Systemmedien übernommene Abneigung ausgetragen hätten.

Jetzt aber, in Zeiten eines „die da oben gegen das normale Volk“-Gefühls ergibt sich die Möglichkeit eines freien Diskurses „hier unten“. Auch wenn dieser vorerst nur auf solchen Kundgebungen oder in den vielen, wie Pilze aus den Boden sprießenden, Telegram-Gruppen möglich ist. Was von unserer Seite aus zu kritisieren wäre, ist, dass man als Veranstalter solcher großen Versammlungen, auf denen sich jede Menge Politik-Neulinge befinden, dringend davon absehen sollte mit Tönen um sich zu werfen, die letztendlich nur Enttäuschung und Missmut hervorbringen.

Es ist völlig absurd, mit einer Großkundgebung das „Regime Merkel“ stürzen zu wollen. Lieber kleine Brötchen backen und den Versammelten klar machen, welchen durchaus historischen Momenten man gerade beiwohnt, wenn Ideologie übergreifend und friedlich miteinander für eine bessere Zukunft unseres Volkes eingestanden wird. Im Eifer des Gefechtes kann das passieren und es mag auch der Mobilisierung dienlich sein, aber langfristig schadet ein Ausbleiben oder Nichterreichen eines Zieles der Sache ungemein.

Desweiteren sollten sich jetzt die Vertreter der verschiedenen Lager zusammenfinden und einen Forderungskatalog aufstellen, in dem sich alle wiederfinden. Vor Ideen, welche wir in mehreren Gesprächen vernahmen, nämlich sich in den Möglichkeiten des Systems zu engagieren(Parteien, Wahlbündnisse etc.), können wir nur warnen. Stattdessen müssten unserer Meinung nach auf jeder Ebene Gegenorganisationen zu den bestehenden aufgebaut werden. Es muss beispielsweise versucht werden, in den Kommunen basisdemokratische Bürgerversammlungen jenseits der etablierten Parteien-Stadträte als die wirklichen Vertretergremien des Volkes vor Ort zu etablieren.

Das Gleiche gilt im Bereich der Gewerkschaftsarbeit, der Jugendausschüsse usw. Fakt ist, und damit wollen wir unsere Nachbetrachtung beenden: die „Corona-Rebellen“ haben den richtigen Weg eingeschlagen, wie auch ein Großteil der Redner deutlich machte. Weg von der reinen Kritik der Folgen der Pandemiebekämpfung und hin zu einem Suchen nach den Profiteuren der aktuellen Krise und ihrer Bekämpfungsmaßnahmen. In nicht wenigen Beiträgen der Redner auf der Hauptbühne, aber auch bei kleineren Podiumsdiskussionen (beispielsweise am Sowjet-Ehrenmal) wurde das Finanzinteresse der Konzerne und die willfährige Ergebenheit der politischen Klasse zurecht in den Mittelpunkt gerückt – was für die Zukunft hoffen lässt. Von daher kann Berlin, allem medialen Geschrei zum trotz, als Erfolg für eine dem BRD-Regime gegenüber kritische Masse gewertet werden.

Die unschönen Bilder von prügelnden Polizisten und die Falschdarstellung in den Mainstreammedien werden den Graben zwischen nachdenkenden Menschen und dem System nachhaltig vertiefen. Und das kann nur von Vorteil sein.Wer sich die Reden anhören mag, der findet sie auf den einschlägigen Querdenken-Seiten im Netz oder auf Youtube.

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