Getroffene Hunde bellen. Eine Antwort an Markus Gleichmann

In der Nacht zum Sonntag verteilten einige Mitstreiter in der Kahlaer Innenstadt eine Stellungnahme unsererseits an die dortige Bevölkerung, in der es inhaltlich um die Veranstalter des „Kahla-Courage“-Tages am 13.9. ging. Grundtenor des Flugblattes, welches wir nachfolgend hier wiedergeben wollen, ist gewesen, dass die Initiatoren des Festes mitnichten Teil einer politischen Alternative sind, als die sie sich gern ausgeben, sondern im Bereich der Minderheitenpolitik ihre Spielwiese vom System überlassen bekamen, auf der sie sich bis zum Exzess austoben können. Eine wirkliche Kritik am System, die man als sich links(radikal) verstehende Kraft eigentlich permanent üben sollte, findet nicht mehr statt. Der Verzicht darauf wird von den Herrschenden freilich gut honoriert, was sich in Förderprogrammen und diesen anhängenden Arbeitsplätzen letztlich in barer Münze auszahlt:

„Von wegen couragiert –

systemkonforme und fördergeldabhängige Liberale machen auf „links“

Wenn sich heute auf unserem Marktplatz einige dutzend, meist zugereiste, „linke“ Aktivisten zu ihrem „Couragefest“ versammeln und für die „Vielfalt“ einstehen wollen, die ihrer Meinung nach tagtäglich bedroht wird, so offenbart dies nicht einer gewissen Komik. Rund um die Uhr sehen/hören/lesen wir in den Systemmedien von „queeren“ Menschen, permanent werden Kinder und Jugendliche in Kindergärten und Schulen einer (viel zu früh einsetzenden) Sexualerziehung ausgesetzt, in der die normale Beziehung zwischen Mann und Frau nur noch eine „Option“ unter vielen ist. Minister, Journalisten und Prominente gehen mit ihrer Homosexualität hausieren, als ob es ein besonderes Qualitätsmerkmal wäre.

Warum also soll verstärkt auf die angebliche Unterdrückung von genannten Personengruppen hingewiesen werden, wenn es diese doch gar nicht gibt?

Die Antwort ist denkbar einfach. Es ist das letzte verbliebene Betätigungsfeld einer Szenerie von Leuten, die sich selbst als „links“ begreifen, es in Wirklichkeit aber schon lange nicht mehr sind.

Vor einigen Jahrzehnten noch begriffen sich richtige Linke als die Kämpfer des Volkes gegen „oben“.  Heute wird die Existenz eines solchen Volkes grundsätzlich in Frage gestellt, es als unnatürliches Konstrukt verächtlich gemacht. Die Verteidigung der arbeitenden Klasse gegen jene, die von der Ausbeutung derselbigen profitieren (national und international), ist einer reinen Identitätspolitik für vermeintliche Randgruppen gewichen. Alles was irgendwie zersetzend auf die Kampfkraft und die Einheit des Volkes wirkt, wird dagegen hofiert: Drogenlegalisierung, Genderpolitik, Kritik der eigenen Herkunft wegen angeblichen strukturellen Rassismus (black lives matter).

Real betrachtet, haben wir es bei der Partei „Die Linke“, bei Typen wie Gleichmann & Co., den Konsorten des Demokratieladens und den anderen Organisationen nicht mit linken Aktivisten zu tun, sondern mit willfährigen Systemlingen, die die BRD als alternativlos betrachten, ebenso das zugrundeliegende Wirtschaftssystem.  Die gewalttätige Antifa fungiert als deren, über Vereine und Stiftungen finanzierte Schlägertruppe. Die regelmäßigen gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei können die grundsätzliche Zustimmung zum System nur schwer kaschieren und haben für die meist jungen Leute dieser Szene mehr einen „Event-Charakter“.

Im Einklang mit der Kapitalistenklasse tritt man für offene Grenzen ein, wissend, dass dadurch der Druck auf dem Arbeitsmarkt (gerade im Niedriglohnsektor) ebenso steigt, wie der Kampf der einfachen Normalarbeiter um bezahlbare Mieten. Kritiker dieser Politik in den eigenen Reihen wirft man medienwirksam Torten ins Gesicht und stellt sie politisch aufs Abstellgleis, wie der Fall Sahra Wagenknecht überdeutlich zeigte.

Während seinerzeit richtige Linke vom Staat verfolgt wurden (Berufs- und Parteienverbote), werden die auf „links“ machenden Gestalten von heute mit Fördergeldern förmlich überschwemmt. Unzählige Programme á la „Demokratieförderung“, „Kampf gegen Rechts“ usw. sorgen für einen steten Fluss an Finanzen und für bequeme Arbeitsplätze, bei den man nicht mehr tun muss, als permanent vor Diskriminierung zu warnen, damit die Staatskohle weiter fließt.

Hätten sie tatsächlich ein linkes Politikverständnis, dann würden sie sich gegen die Auswüchse des Liberalismus wenden: gegen die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche, gegen den Drogenmissbrauch der die Leute unempfänglich für revolutionäre Ideen macht, gegen den übertriebenen Individualismus und den unnatürlichen Wettbewerb aller gegen alle, gegen die Verschandelung unserer Städte durch Graffiti usw.

Sie stünden für die Interessen des Volkes. Sie würden sich für die Sorgen der einfachen Leute interessieren und für diese alternative Strukturen schaffen, aus denen die Kälte des Marktes ebenso vertrieben wäre, wie die Einflussnahme des Staates. 

Aber die Millionen Steuergelder, die man seit 30 Jahren in den Parlamenten als Diäten abgriff, steckten sich die „linken“ Volksvertreter genauso in die eigene Tasche, wie ihre außerparlamentarischen „Genossen“ die Gelder aus den Förderprogrammen ausschließlich für ihre eigenen Interessen verwendeten.

Für das Erstarken des sog. Rechtspopulismus sind letzten Endes sie selbst verantwortlich, auch wenn sie das niemals zugeben werden.

Fakt ist, unser Volk braucht dringender denn je eine revolutionäre und antikapitalistische Vision, für die es sich zu kämpfen lohnt. Diese muss neu entwickelt werden, jenseits der vorhandenen Strukturen, die nur im Sinne des Systems agieren. Wir als Volk, als die Leute vor Ort, sind dabei gefragt. Wir dürfen den angeblichen „linken“ Personen und Organisationen nicht mehr auf den Leim gehen und sollten sie als das bezeichnen, was sie letzten Endes sind: Verräter unseres Volkes!“

Noch am selben Tag meldete sich der  Landtagsabgeornete der Linken, Markus Gleichmann, zu Wort und war der Meinung uns entgegnen zu müssen. Seine Stellungnahme wollen wir hier der Vollständigkeit halber wiedergeben, ergänzt um einige Anmerkungen:

https://www.facebook.com/MarkusGleichmannLandtagThueringen/

Heute Nacht wurde in Kahla ein Flyer verteilt, der sich Inhaltlich auf dem Niveau National und Sozialistisch (oder das was die Autoren dafür halten) bewegt.

Einige Klarstellungen:
1) Der Text suggeriert, dass ich einer der Organisatoren der Kahla Courage Kundgebung bin. Das ist jedoch nicht der Fall. Diese mittlerweile traditionelle und hoch geachtete Veranstaltung wird vom
Demokratieladen bzw. vielen ehrenamtlichen Unterstützenden aus Kahla und Umgebung organisiert. Danke dafür!

Anmerkung: Es mag sein, dass Gleichmann organisatorisch nicht zum Festkomitee gehört(e), aber das haben wir auch gar nicht behauptet. Es geht uns um eine fundamentale Kritik an den sich als „links“ ausgebenden Personen und Organisationen, wie eigentlich unschwer zu verstehen ist.

2) Es wird immer von „unser Kahla“, „unserem Marktplatz“ etc. gesprochen. Die Stadt gehört jedoch allen und nicht ein paar nationalsozialistischen Einfaltspinseln, die noch nicht mal den Mut haben ihren Namen zu nennen und sich hinter einer Person aus Erfurt verstecken. Oder sind es am Ende gar keine Kahlschen, die den Flyer geschrieben haben? Dann wäre es aber sehr widersinnig sich über Gäste aus Jena bei der Courage Kundgebung zu beschweren.

Anmerkung: Wir sprechen aus der Perspektive des Volkes, dem wir uns gegenüber verpflichtet fühlen. Das Wort „unser“ inkludiert demnach alle. Ja selbst jene, die dort ihr Spektakel unter Regenbogenfahnen abhalten. Die Nennung unseres Presseverantwortlichen ist kein „Verstecken“ hinter selbigen, sondern medienrechtliche Pflicht. Interessant aber ist es, dass wir von „meist zugereisten“ Aktivisten schrieben, Gleichmann aber sofort „Gäste aus Jena“ versteht. Klar, er weiß vom mangelnden Zuspruch für seine Themen vor Ort und genauso weiß er auch, dass fast alle Teilnehmer an Veranstaltungen sog. Linker in Kahla zugreiste Studenten aus Jena sind, die den ihrer Meinung nach rückständigen Leuten in der Provinz mal richtig die Leviten lesen möchten und sollen.  

3) Der Text wirft der Linken und auch mir persönlich vor keine nationale und sozialistische Revolution unter Nutzung von Gewalt anzustreben. Das ist absolut korrekt!

Anmerkung: Nirgendwo fordern wir im Flugblatt eine gewalttätige Revolution. Wir zeigen darin eklatante Widersprüche auf, weisen auf die offensichtliche Heuchelei hin und prangern die Verschwendung von Millionen Geldern in Form von Diäten, Fördergeldern, Gehältern usw. für eine angebliche linke Politik an, die einfach keine solche ist.

Ein demokratischer Sozialismus kann nur friedlich im Rahmen eines langen Transformationsprozesses unter Einbeziehung der gesamten Gesellschaft gelingen.

Anmerkung: Klar, Markus, und die Bosse der Konzerne, ihre Helfer in den Parlamenten und die von ihnen gesteuerte Medienöffentlichkeit schauen tatenlos zu, wie ihr diesen langen Transformationsprozess hin zum Sozialismus betreibt. Deutlicher kann man sein politisches Unvermögen eigentlich nicht in einem Satz kundtun. Ihr könnt vielleicht Frauen- und Migrantenquoten fordern und diese auch durchsetzen, ebenso dürft ihr unsere Sprache durch das Gendern fast unbrauchbar machen und offene Grenzen fordern (weil das die Konzerne ganz genauso möchten), aber ihr werdet niemals das zugrundeliegende System attackieren dürfen. Und eigentlich wollt Ihr das auch gar nicht, weil ihr selbst davon bestens profitiert.

Der demokratische Sozialismus ist humanitär, international, antirassistisch und antifaschistisch. Dafür stehe auch ich.

Anmerkung: Mag sein, dass du das so empfindest. Wir haben auch nichts für überzeugte Rassisten übrig (dafür bezeichnen wir aber auch nicht jeden, der die zügellose Einwanderung nach Europa kritisiert, als solchen…wie Du es vermutlich tust). Aber uns unterscheidet, dass wir wissen, dass eine internationale Solidarität nur möglich ist, wenn sich die Nationen auf Augenhöhe begegnen können. Die Aufrechterhaltung einer geteilten Welt, nämlich in viele arme und wenige reiche Länder, wird weiterhin für kriegerische Auseinandersetzungen sorgen. Und ebenso für globale Migrationsströme, die in den Herkunfts – und Zielländern für massive Probleme sorgen. Und diese Situation wird weiterhin bestehen, bis die Völker in ihren Ländern eine regionale Alternative zum globalen Marktwirtschafts-Konkurrenzkampf, der per se Verlierer produzieren muss, entwickeln. Ihr aber seid in Deutschland die Verhinderer einer solchen Entwicklung. Ihr fokussiert Euch auf identitäre Politik für gesellschaftliche Minderheiten, kritisiert das natürliche Empfinden des Volkes und habt euch schon lange vom System korrumpieren lassen.

4) ich wünsche der Kundgebung Kahla Courage bestes Gelingen. Leider kann ich auf Grund anderer Verpflichtungen nicht teilnehmen. Macht weiter so! Es scheint ja auch die richtigen zu stören.

Anmerkung: Uns stört nicht das Kahla-Courage-Fest, auch wenn wir eigentlich wenig Anlass sehen, ständig die Diskriminierungskarte zu spielen. Aber sei´s drum. Uns stören Typen wie Du es bist, jene die sich als Vertreter der einfachen Leute vor Ort aufspielen und vorgeben für eine gerechtere Welt zu kämpfen, aber seit Jahr und Tag nichts anderes tun, als sich selbst die Taschen vollzustopfen und gleichzeitig die Interessen des Volkes zu verraten. Das hättest Du eigentlich auch selbst herauslesen können, aber mangels Verstand und/oder mit dem Wissen um das Zutreffen unserer Worte vermeidest Du eine inhaltliche Auseinandersetzung. Was aber eigentlich zu erwarten war.

2 Kommentare zu „Getroffene Hunde bellen. Eine Antwort an Markus Gleichmann

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