Feldpost: Drei Spaten am Grab

Weit, wo das Tal hinab, graben drei Spaten
Graben ein kühles Grab für einen Soldaten
Dir flattert nicht erneut der Hahn auf’s Kreuz
Und spatgepflanzter, todgestanzter
Weiß euch trägt der Teufel auf dem Spann

Drüben im Dämmerschein, allwo im Städtchen
Weint im Kämmerlein irgendein Mädchen
Und wer, der blinzelnd grau zurück in Zeiten starrt
Und fragt: „Wie ist uns uns’re fort?“
Sie stand in nichts als kaltem Feuer

Und wer gedrückt an Lehm gekauert, zitternd Zettel hält und schreibt
„Nur Tod, nicht Krieg ist das Ende uns’rer Welt“
Und frisst das Nichts, den neuen Fraß andere Zeit
Zitternd Zettel hält und zehrt vom Tag, oder auch dem nächsten

Fleugt wo ein Stückchen Blei
Nimmt mir mein Sorgen
Mir ist halt einerlei
Heut oder morgen

Zum Ende des ersten Weltkrieges. Text des Musikers Niklas (Horn) inspiriert von Ernst Brockmanns Gedicht „Bald, allzubalde.“ Brockmann verstarb in der Schlacht von Verdun.

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