Internationales Sakrileg

Lenin unterschied zwischen den unterdrückenden und den unterdrückten Nationen. Welche Rollen demnach heute die israelische und die palästinensische Nation jeweils einnehmen, liegt auf der Hand. Welcher dieser beiden Nationen meine Sympathie gilt, ebenso.

Als Humanist mißfallen mir die Methoden, die die Palästinenser in ihrem aus Unterlegenheit resultierenden Befreiungskampf gegen die Israelis anwenden. Der Partisanenkampf bedient sich immer auch häßlicher, hinterhältiger, meuchelmörderischer Methoden. Aber kommen die Palästinenser in ihrem Selbstbestimmungskampf wirklich weiter mit ständigem Bitten, mit Flehen und mit Verhandeln? Nein.
 
Die Gutmenschen bei uns, die gedankenlos sagen, daß nur Gewaltlosigkeit und Friedfertigkeit weiterführten, reden moralisierenden Unsinn. Vor allem die Gewalt hat die relative Autonomie in den Palästinensergebieten, im Gazastreifen und im Westjordanland, bewirkt. Jassir Arafat war Terroristenführer, Staatsmann und Friedensnobelpreisträger – genau in dieser Reihenfolge. Dies sollten wir gerade in diesen Tagen nicht vergessen.

Ebenso sollten gerade wir Europäer den dortigen Streitparteien und ihren hiesigen Ablegern, die bei uns ihre Kleinkriege führen, den europäischen Gedanken der Hegung des Krieges nahelegen. Der Krieg sollte immer so geführt werden, so daß an seinem Ende ein Friedensschluß möglich ist, daß also beide Kontrahenten sich wieder in die Augen sehen können.
  
Ein junger palästinensischer Mann, den ich einmal in Nürnberg kennenlernte, fragte mich auf Englisch nach dem deutschen Wort für „Heroe“. Hätte ich heute noch Kontakt zu ihm, so würde ich ihm dringend nahelegen, daß wirkliche Helden nicht gegen betende Menschen und schon gar nicht gegen tote auf Friedhöfen kämpfen.

Wer Gotteshäuser, egal ob Kirchen, Moscheen oder Synagogen, angreift, handelt nicht als Held. Auch der Hinweis, daß in Moscheen auch politisch gepredigt wird, daß in Israelitischen Kultusgemeinden auch Werbung für den Staat Israel betrieben wird, tut hierbei nichts zur Sache. Wer betende Menschen angreift, sollte international geächtet werden, er oder sie begeht ein Sakrileg, einen Frevel. Dieses Gebot sollte alle Kulturmenschen miteinander verbinden. Dann besser Warenboykott und ähnliches.

-Jürgen Schwab

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