Dominique Venner – Für eine positive Kritik

I Die Mängel der Nationalen Opposition


1. Fehler im System:

Die Nationalen, die das Wort Revolution in den Mund nehmen, ohne dessen Bedeutung zu kennen, glauben an deren unerwarteten und urplötzlichen Ausbruch.

Ideologische Verwirrung: Die Nationalen sind Antikommunisten, die vergessen, dass der Kapitalismus und das liberale Regime die Grundlagen für die Ausbreitung des Kommunismus sind. Nationalisten wollen das Land vor dem Regime retten, doch sie halten an dessen Bankverbindung, Prinzipen und Mythen fest.

Der Konformismus: Alle Nationalen haben ihren guten „gemäßigten Rechten“, ihren guten Technokraten, ihren guten Minister. Einem alten bürgerlichen Reflex nachgebend fürchten sie das Abenteuer und das Chaos. Es reicht, wenn ein Vertreter des Regimes die Nationalfahne schwingt, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Sie bevorzugen den Komfort der Blindheit gegenüber dem grellen Licht der Wahrheit. (Der Sentimentalismus und der oberflächliche Patriotismus haben für sie immer Vorrang vor dem politischen Denken.)

2. Der Mangel an Organisation:

Die Gründe, die zur Verweigerung der „Nationalen“ führen, die Notwendigkeit von Idee im politischen Kampf anzuerkennen, verleitet sie auch zur Weigerung, die Notwendigkeit einer guten Organisation des eigenen Handelns anzuerkennen. Ihre Aktionen verpuffen im Nichts auf Grund der Makel, die ihr gesamten Scheitern begreiflich machen.

Der Opportunismus: Die berühmten Nationalen Persönlichkeiten sind Opportunisten. Ihren Karrierismus tarnen sie für gewöhnlich mit dem Gerede von ihrer Qualifikation. Im Namen der Qualifikation haben sich die Nationalen verkauft. Viele Spenden, die für Aktionen gesammelt werden, verlieren sich dank dieser Leute in dunklen Kanälen, zumindest, wenn diese Leute in der Regierung sitzen. Den Aktivisten bleibt dann nur der Kampf mit bloßen Händen und die Erreichung des Zieles mit wenig Mitteln. Der Parlamentssitz ist kein Mittel des Kampfes, sondern ein Mittel zum Selbstzweck, er muss unter allen Umständen gehalten werden. Die einfachen Anhänger sind hingegen Opportunisten mangels Weltanschauung und Formierung. Sie folgen den guten Reden und oberflächlichen Eindrücken eher als der politischen Analyse von Ideen und von Tatsachen.

Die Fixierung der Mythen: Nationale wandeln durch Geschichten und Romane in einem Traumzustand, der leider permanent ist. Wenn man zehn Schüler rekrutiert, wird sich einer für Mussolini entscheiden. Wenn man 5000 organisierte Männer kommandiert, so ist es, als ob man hunderte von Schubladen versammelt. Die Gefahr ist daher, wenn eine stramme Führung fehlt, der Verrat von innen.

Der Terrorismus: Die falsche Analyse einer Lage und der Mangel an Weltanschauung und Formierung ist es, der die einen gen Opportunismus steuern und die anderen gewalttätig und letztlich terroristisch werden lässt. Das fehlerhafte Verständnis der Ideen hat diese Tendenz verstärkt. Blindlings wütender Terrorismus ist das am besten geeignete Mittel, um jede Unterstützung der Bevölkerung zu verlieren. Er gleicht mehr einem Akt der Verzweiflung. Die verschwörerische Aktion und die kalkulierte Anwendung von Gewalt kann jedoch unabdingbar sein, wenn einer Nation keine anderen Mittel verbleiben, um zu ihrem Recht zu kommen.

Die Anarchie: Die Nationalen, die die Disziplin der anderen so bewundern, sind im eigenen Verhalten echte Anarchisten. Nicht imstande, ihren Platz im Kampf zu finden und sich einzuordnen, lieben sie die chaotische Aktion. Das Fehlen einer gemeinsamen Weltanschauung vergrößert ihre Zersplitterung noch und verhindert ihre Vereinigung.

II Für eine neue Theorie der Revolution

Bevor man darüber nachdenkt, irgendetwas zu gründen oder zu bilden, ist das Üben von Kritik an den Mängeln der Nationalen essentiell. Die Revolution ist kein einzelner Gewaltakt, der zu einer Amtsenthebung führt. Sie ist auch kein simpler Austausch politischer Institutionen oder politischer Kasten. Sie ist weniger die Machtergreifung an sich, als vielmehr ihre anschließende Verwendung, um eine neue Gesellschaft zu formen. Diese gewaltige Aufgabe kann nicht ins Ziel genommen werden, wenn Geist und Handlungen in chaotischer Unordnung verharren. Es ist nötig die eigenen politischen Werkzeuge vorzubereiten und sich zu formieren. In allererster Linie muss eine neue revolutionäre Theorie erarbeitet werden.

1. Es gibt keine spontane Revolution:

Es ist stets möglich zu agieren. Weniger leicht ist es hingegen, damit auch Erfolg zu haben. Gerade in einem revolutionären Kampf um Leben und Tod gegen einen übermächtigen, mit allen Wassern gewaschenen Gegner, den es auf der Ebene der Ideen und der Raffinesse zu schlagen gilt. Mit bloßer Gewalt wird ein Sieg nicht zu erreichen sein. Es ist jedoch nicht unüblich, dass Aktivismus und die Entwicklung neuer Ideen abgelehnt werden. Man darf nie vergessen, dass dies viel Zeit in Anspruch nimmt. Beispiel: Hitler und Mussolini waren vor dem Sieg der Bewegung mehrere Jahre Aktivisten und Journalisten. In Italien wie auch in anderen europäischen Nationen war die Staatsmacht äußerst schwach organisiert und nicht imstande, das geltende Recht gegen die widerstreitenden kämpferischen Gruppen im Lande durchzusetzen. Tag um Tag musste sich der Staat mit regelrechten politischen Armeen bekriegen. Heute sind die liberalen Regime des Westens dadurch zu charakterisieren, dass eine Kaste vieler Privilegierter alle Hebel der Macht in den Händen hält, nicht zuletzt durch die soziale Absicherung. Sie kontrollieren nahezu alle Informationskanäle und sind damit Herren über die Gedanken. Sie verteidigen sich durch unzählige Polizisten. Die Bürger haben sie in fügsame Schafe verwandelt. Das System toleriert nur Schein-Oppositionen.


Nach dem Ersten Weltkrieg war die kommunistische Revolution eine unmittelbare Gefahr für Europa. Die Gefahr führt immer dazu, dass sich auch eine Verteidigungsbewegung formiert: Die faschistischen Bewegungen profitierten von diesem Grundsatz. Als einzige Kraft in der Lage, der roten Gewalt zu widerstehen, gewann der Faschismus massiv an Rückhalt und an Unterstützung. Mit Ausnahmen von einigen kleinen Minderheiten ist die große Masse der Arbeiter überzeugt, durch einen brutalen Kampf mehr verlieren als gewinnen zu können. Die Sozialgesetzgebung und ähnliche Elemente nehmen ihnen dann den letzten Kampfgeist. Das Denken am Maßstab des Gemeinwohls, die zivile und politische Courage, sind heute die Überzeugung einer sehr kleinen Minderheit. Dem Genie Mussolini gelang es, eine begeisterte Masse um sich zu scharen und mit ihr einen Staat einzunehmen, der sich nicht mehr verteidigen konnte. Das ist heute in Europa nicht mehr der Fall. Das Pendel schlägt eher in die gegenteilige Richtung aus, so dass es einer besonderen Klugheit bedarf, um Erfolg zu haben. Hervorragende Kämpfer und überlegtes rationales Kämpfen werden letztlich die Weltanschauung durchsetzen. Es sind die wirtschaftlichen und politischen Kräfte des Regimes, die uns eine Niederlage nach der anderen bescheren. (Der Feind findet sich in den Verwaltungen, Banken, Redaktionen, in den Gewerkschaften und in den Ministerien). Um zu gewinnen, müssen wir verstehen, was das Regime in Wahrheit ist. Wir müssen seine Methoden enthüllen, seine Komplizen enttarnen, besonders diejenigen, die sich als Patrioten tarnen. Wir brauchen positive Ideen, um die Gesellschaft von morgen zu gestalten. Dies erfordert eine vollständige Rückkehr zu sich selbst, eine vollständige Infragestellung aller beigebrachten Wahrheiten, kurz: ein revolutionäres Bewusstsein.

2. Das revolutionäre Bewusstsein:

Ohne Bildung ist der tapferste und kühnste Mann nichts weiter als eine manipulierte Marionette des Regimes. Zum passenden Zeitpunkt wird es an denjenigen Strippen ziehen, die sein Verhalten regulieren. Patriotismus, blinder Antikommunismus, Angst vor dem Faschismus, Legalismus. Dies und mehr hat es parat. Durch eine einseitige, permanente Propaganda, der jeder seit seiner Kindheit ausgesetzt ist, hat das Regime schleichend die Geister der Menschen vergiftet. Dies gilt für alle demokratisch regierten Nationen. Es reicht die Schlüsselwörter auszusprechen, um die Reflexe, gleich wie bei einem pawlowschen Hund, zu aktivieren und jede Argumentation zu unterdrücken. Spontanität führt zur Revolte, die leicht zu entwaffnen ist, daher sollten Organisationen immer durchgeplant ablaufen. Schwäche vor dem Erreichen des Zieles führt dazu, dass große Organisationen zerschlagen werden, sich in Clan-Strukturen wiederfinden und anschließend auflösen und die Anhänger dieser Gruppen zu ihren Familien zurückschicken. Daher ist eine strikte Führung von Nöten. Den Menschen muss gezeigt werden, wie sie getäuscht und ausgebeutet werden. Anschließend geht es an den Wiederaufbau. Nicht auf sandigem Grund, sondern auf einer jungen und revolutionären Elite, die eine neue Sicht auf die Welt hat. Um eine Revolution durchzuführen, benötigt man eine revolutionäre Doktrin. Man kann sich nur gegen eine feindliche Armee, die eine bewährte Dialekt im Feld führt, wehren, wenn man streng organisiert und erfahren ist und eine klare Ideologie und Methodik hat.

3. Ohne revolutionäre Doktrin ist eine Revolution unmöglich:

Selbst wenn er militärische Formen annimmt, ist der revolutionäre Kampf in erster Linie ein psychologischer. Wie führt man, wie überzeugt man, wie weckt man Enthusiasmus bei neuen Anhängern, wenn man seine neuartige Anschauung nicht klar definiert? Eine verständliche Doktrin, keine abstrakte Schrift, sondern eher eine Anleitung für Denken und Handeln ist notwendig! Eine neue Ausarbeitung einer Doktrin ist auch die einzige Antwort auf die Spaltung innerhalb der nationalen Aktivisten. Nichts einigt so gut wie das gemeinsame Agieren. Doch eine solche Einigung kann nicht von Dauer sein, wenn sie sich nicht auch ideologisch auf eine gemeinsame, richtige Lehre erstreckt. Die Aktivisten von heute sind, dank ihrer Aufspaltung in verschiedene Gruppen, verwirrt und erkennen ihre gemeinsamen Vordenker und Vorfahren nicht. Sie verstehen Begriffe anders, da sie von jedem anders gebraucht werden und deshalb auch andere Bedeutungen in ihrem Sprachgebrauch haben. Die einzige Gemeinsamkeit ist negativer Natur: Antikommunismus. Die revolutionäre Einheit ist jedenfalls ohne eine Einheit der Doktrin unmöglich.

Beispiel Marx: Marx ist unklar und schwer zu lesen, wirr und eigentlich unlesbar. Es brauchte erst einen Lenin, um eine klare Doktrin festzulegen und um dieses Wirrwarr in eine effiziente Waffe zu verwandeln.

Wir brauchen dringend jemanden, der es Lenin gleichtut und Ordnung hereinbringt. Es ist an der Zeit, daraus eine Synthese zu bilden und sie um das zu ergänzen, was sich an neuen Problemen gestellt hat. Studien über die Hochfinanz und über die Doktrin des Nationalismus sind exzellente Ansätze dafür. Basierend auf einer heroischen Lebensauffassung, ist der Nationalismus eine Rückkehr zu den Wurzeln der Volksgemeinschaft. Er beabsichtigt neue soziale Beziehungen auf einer kommunitaristischen Basis zu schaffen und eine politische Ordnung auf der Grundlage von Verdienst und Werten zu erbauen. Der Nationalismus ist heutzutage eine politische Philosophie geworden.

III Nationalistische Perspektiven


1. Kritik des Liberalismus und des Marxismus:

Der Liberalismus war einst attraktiv, wurde jedoch durch die Realität entzaubert. Diese tote Idee ist heute die Camouflage der heuchlerischen Diktatur des internationalen Kapitalismus; man hört sie in allen westlichen Demokratien.

Es gibt, was Gesellschaftssysteme anbelangt, zwei unterschiedliche Strukturen: 1. Stützt sich auf die Masse des Volkes, um die großen Interessen einzudämmen und identifiziert sich mit der Volksgemeinschaft und sieht den Dienst an ihr als ihre Aufgabe. 2. Befindet sich in den Händen der großen Interessen, die dazu dienen das Volk auszubeuten und die Volksgemeinschaft zu unterwerfen und ihren Appetit zu befriedigen.

Die kapitalistische Oligarchie ist gleichgültig gegenüber den nationalen Gemeinschaften. Ihr Ziel ist die Befriedigung einer unersättlichen Machtgier durch die wirtschaftliche Dominanz der Welt.

Der kommunistischen und technokratischen Vorstellung nach ist der Mensch ein wirtschaftliches Tier, das für zwei Aufgaben bestimmt ist: produzieren und konsumieren. Vereinfacht gesagt bedeutet es: wirtschaftliche Leistung.

Marxismus und Liberalismus haben scheinbar gegensätzliche Gestalten angenommen, doch ihr Resultat ist dasselbe: die Versklavung der zuvor durch die demokratischen Mythen getäuschten Völker. Die Demokratie ist das neue Opium fürs Volk.

2. Ein potenter Humanismus:

Zwischen einem traditionell metaphysischen Orient und den neuen materialistischen Gesellschaften nimmt die europäische Zivilisation die Position einer Synthese aus spirituellem Streben und materiellen Notwendigkeiten ein. Während in der gesamten Welt die Uniformität der Massen gepriesen wird, stellt sie den Individualismus der Exzellenz in den Mittelpunkt; der Triumph menschlicher Qualität über das Mittelmaß. Geschaffen auf individuellen und kommunitaristischen Werten, kann diese neue Harmonie mit Fug und Recht als potenter Humanismus bezeichnet werden. Dieser potente Humanismus lehnte die neue Werteordnung ab, glaubt nicht an die Kraft der Masse und will die Macht von Technik und Wirtschaft über die Willenskraft der europäischen Zivilisation beugen. Es wird den Sinn seiner Existenz in der Verwirklichung seines menschlichen Schicksals entdecken, der Erfüllung eines Lebens, das auf der europäischen Ethik der Ehre basiert. Die Ethik der Ehre wendet sich gegen die Sklavenmoral des liberalen und marxistischen Materialismus. Sie besagt, dass das Leben ein Kampf ist. Sie preist den Wert des Opfers. Sie glaubt an die Kraft des Willens. Sie basiert auf der Loyalität und Solidarität im Rahmen der Volksgemeinschaft. Sie leistet ihren Beitrag ohne auf den Profit zu schielen. Sie findet den wahren Wert der menschlichen Würde: nicht oktroyiert, sondern in permanenter Anstrengung erobert.

3. Eine lebendige Ordnung:

Die Legitimität der Macht ergibt sich nicht aus dem veränderlichen geschriebenen Wort oder der Zustimmung der medial verblendeten Massen. Diejenige Macht ist legitimiert, die das Recht der Nation achtet; das Recht, das nichtgeschrieben, sondern durch Geschichte geschaffen wurde. Illegitim ist die Macht, die von der nationalen Bestimmung abweicht und die nationalen Gegebenheiten zerstört. Folglich gehört die Legitimität denjenigen, die dafür kämpfen, der Nation ihr Recht zurückzugeben. Als kleine Minderheit formen diese Kräfte die revolutionäre Elite, auf deren Schultern die Zukunft liegt. Die Welt beugt sich keinem System, aber einem Willen. Die staatliche Struktur muss um gewisse leitende Prinzipien herum erdacht werden: Autorität und Kontinuität. Vor allem aber muss der Mensch geformt werden, da auf seinen Schultern die Gesellschaft und die Zukunft der Zivilisation ruhen. Die immensen Probleme, die der technische Fortschritt mit sich bringt, erfordern eine politische Elite, die ihrer Berufung folgt, von einem eisernen Willen getrieben wird und sich ihrer historischen Mission vollständig bewusst ist. Diese überwältigende Verantwortung rechtfertigt, dass an ihnen diesbezüglich strengere Maßstäbe angelegt werden als an anderen Menschen. Fünf Prozent der Menschen, so müssen es die Soziologen zugeben, sind hochgradig pervers, verrückt und boshaft. Auf der anderen Seite ist von einem gleichgroßen Anteil die Rede, der angeboren oder erworben, besondere Qualitäten wie eine hohe Leistungsfähigkeit und einen ausgeprägten Selbstaufopferungswillen aufweist. Diese Personen sind prädisponiert für den Dienst an der Gemeinschaft durch die Führung derselben. Die Selektion und Ausbildung der Jugend und ihrer Elite steht der Agenda der neuen Gesellschaft an oberster Stelle. Durch Ehrhaftigkeit und strikte Regeln in der ursprünglichen
Reinheit gehalten, formen sie eine lebendige Ordnung, die sich im Laufe der Zeiten stetig selbst erneuert, in ihrem Geiste jedoch gleichbleibt.

4. Eine organische Wirtschaftsordnung:

Die Wirtschaft dient nicht sich selbst. Sie ist ein Element des gesellschaftlichen Lebens – zwar eines der wichtigsten, aber sie bleibt dennoch nur ein Element unter vielen. Sie ist weder Quelle, noch Erklärung für den menschlichen Fortschritt. Sie ist die Folge desselbigen. Die Erklärung der menschlichen Geschichte findet sich vielmehr in der Psychologie der Völker. Die Wirtschaft muss dem politischen Willen unterworfen sein, damit man als Staat auch die Ziele des Volkes, oder die, die für es angedacht sind, verwirklichen kann. Man muss bei der Erklärung des Wirtschaftskonzeptes klar erklären und auch deutliche, eigene Begriffe verwenden. (Korporatismus) Der Kapitalismus kaschiert unter einem Berg neuer Begriffe sein anachronistisches Konzept, welches die Probleme erst hervorruft. Diese Kritik gilt auch für den Kommunismus. Im neuen Staat, der die Wirtschaft seinem Zweck unterwirft, wird sie sein Werkzeug zur Erschaffung eines neuen europäischen Frühlings sein. Das Schaffen zivilisatorischer (ich würde sagen kultureller) Werte, der Ausbau einer effektiven Staatsgewalt und das Steigern der Lebensqualität der Menschen sind seine Ziele. Die vollständige Transformation der Struktur der Unternehmen und der Organisation einer Volkswirtschaft ist die Waffe zu finden, welche die gigantische Kraft der technokratischen Kaste zerschlägt, die Ausbeutung der Arbeiter beendet, eine wahre Gerechtigkeit etabliert, der ökonomischen Wahrheit verpflichtet ist und gut funktioniert. Die Revolution der Unternehmensführung wird sich in einer neuen wirtschaftlichen Organisation niederschlagen, die dafür zuständig ist, Beruf und Ausbildung im regionalen Rahmen zu organisieren.

5. Ein junges Europa:

Die Einheit der Zukunft der europäischen Nationen ist unverzichtbar. Sie haben alleine ihre zahlenmäßige Überlegenheit verloren, doch zusammen vereinen sie die Überlegenheit ihrer Zivilisation, ihres kreativen Genies, ihrer Organisationskraft und ihrer Wirtschaft. Alleine sind ihre Territorien Invasionen preisgegeben und ihre Armeen zur Niederlage verdammt, vereint würden sie eine unbesiegbare Macht darstellen. Einheit darf aber nicht Nivellierung bedeuten. Europas Einheit müsste vielmehr um die nationalen Realitäten herum entstehen, die jedes Volk verteidigen will: die historisch gewachsene Volksgemeinschaft, jede einheimische Kultur, entsprechende Erdverwurzelung. Das zukünftige Europa muss auch alle europäischen Völker und Nationen umfassen, hierfür sind die Grenzen der Alliierten von 1945 zu missachte. Die Entscheidung Europas liegt im Osten. Die aus dem kontinental-europäischen Block entsprungenen Völker formen den Okzident und Europa ist seine Seele. Europa als starke Macht könnte auch Afrika helfen, da Afrika nur unter der mangelnden Organisation und der Herrschaft der schwarzen Elite leidet. Wenn die Regime eines Tages verschwinden, verschwinden auch die falschen Probleme. Es ist indes offensichtlich, dass eine Einigung Europas nicht ohne wirkliche Revolution durchgesetzt werden kann. Der Erfolg der Revolution in einer europäischen Nation wird eine schnelle Ausbreitung der selbigen in anderen europäischen Ländern zur Folge haben. Zwei in der Revolution geeinte Nationen, die sich des Regimes entledigen, werden eine Anziehungskraft und eine Dynamik entwickeln, die sämtliche alte Systeme zum Einstürzen bringen wird. Die europäische Jugend hat neue Kathedralen zu bauen und ein neues Reich zu schaffen!

IV Organisation und Aktion

Die Verbrechen der Regime werden auch weiterhin Eruptionen hervorrufen. Auf Grund ihrer mangelnden Organisation wird aber auch diese Revolte wieder in sich zusammenfallen. Jeder Aktivismus muss mithin das Ziel haben, dem unbeständigen Brot endlich einen stabilen, hartnäckigen Sauerteig zuzuführen. Die Arbeit der Organisation, der Indoktrinierung und Aufklärung ist immer eine langsame. Man muss sich dann immer daran erinnern wie lange vorher die Revoluzzer gebraucht haben, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Man nenne nur Mussolini, Lenin oder Hitler.

1. Honorige Persönlichkeiten oder Kämpfer? (Kampf für eine Person oder für eine Idee?)

Der Wähler, der einfache Parteigänger, folgt einem Führungskopf, einem bekannten Namen. Einem Retter in der Not. Die Nationalen lieben diese Schlichtheit. Als passive Herde erwarten sie, dass ihr wundersamer Held alle Probleme löst. Selbst Kleingruppen haben ihr Idol. Das unabänderliche Verschwinden der großen Männer lässt die Narren verbittert und entmündigt zurück. Aktivisten hingegen kämpfen nicht für einen Möchtegern-Retter; ihr Retter sind sie selbst. Aktivisten sterben für ihre Ideen, nicht für eine vermeintliche Lichtgestalt. Die Organisation muss eine Gemeinschaft der Aktivisten sein, kein Privateigentum. Die Verantwortlichen leiten den Aktivismus, weil sie sich als dazu am besten in der Lage erwiesen haben. Doch ohne die Organisation, die Gemeinschaft, wären auch sie nicht.

Der Bluff um die Effizienz:

Wenn Spenden die Verwaltung erreichen (im Falle einer Volksspende an den Staat für eine Aktion, wie in Algerien durch die Franzosen 1960), dann passiert es oft, dass diese Gelder in dunklen Kanälen landen, da die Nationalen in Wirklichkeit Karrieristen und Opportunisten sind. Während die Nationalen Geld für Algerien hinterzogen haben, haben die Aktivisten eine kohärente Aktivität mit geringen Mitteln auf die Beine gestellt und dafür zudem ihre eigenen Geldmittel investiert. Sie hielten öffentliche Versammlungen ab, fluteten das Land mit Schriften, produzierten selbstgemachte Plakate, veranstalteten spektakuläre Aktionen usw. Sie machten viel mit wenig. Das ist charakteristisch für Aktivisten.

Die Führer und das Fußvolk Für die Honorierten, die die Nationalen anführen, sind die Aktivisten eine niedere Kaste. Sie sind bloß das Fußvolk des politischen Kampfes. Sie sind Teil des Wahlkampfteams. Ihre Selbstaufopferung scheint den ambitionierten Neuzugängen als aufdringlich. In der nationalistischen Organisation gibt es dies nicht. In dieser Struktur sind alle Kämpfer und derjenige, der sich bewährt hat, wird dann die Leitung übernehmen.

2. Einheit der Nationalen oder revolutionären Organisation: Die Nationalen, die ohne politische Bildung sind, lassen sich erpressen und kaufen.

Null plus Null: Die Addition von Verschwörungstheoretikern, Komplotteuren, Nostalgikern, Karrieristen, kurz: von Nationalen, ergibt niemals eine kohärente Stärke. Die Hoffnung zu bewahren, die unfähigen zu vereinen, bedeutet, in Fehlern zu verharren und sich somit selbst zu behindern. Die Spinner müssen rücksichtslos über Bord geworfen werden. Nur so wird man neue Interessenten anziehen und wertvolle Unterstützer gewinnen.

Die Vereinigungen und Einheitskomitees: Wie der militärische Kampf ist auch der politische eine Frage von Manövern: Verschleierung, Rückzug, Angriff. Er benötigt eine totale Disziplin und eine einzigartige Führung, die in der Lage ist, sofort umfassende Initiativen unter Einbeziehung aller Kräfte auf den Weg zu bringen.

Eine einheitliche und disziplinierte Organisation: Die Arbeit der letzten Jahre wurde durch kleine Gruppen oder gar Einzelpersonen geleistet. Diese Zellen bestanden aus echten Aktivisten: Gebildet, selbstsicher, kompetent. Mit geringen Mitteln, aber mit Hartnäckigkeit und Phantasie, waren sie die Schmiede der kleinen und größeren Erfolge, die der Kampf bislang eingebracht hat. Es ist damit bewiesen, dass fünf echte Aktivisten mehr wert sind als fünfzig Spinner. Die Masse versammelt sich am ehesten um eine kleine, effektive Gruppe. Für den Kampf bestimmt, muss die nationalistische Organisation einheitlich und hierarchisch sein. Sie entsteht durch den Zusammenschluss aller nationalistischen Aktivisten, die der Sache verpflichtet und diszipliniert sind. Weder ihr Alter noch ihre soziale Herkunft spielt hierbei eine Rolle.

3. Komplott oder öffentliches Handeln?

Tausend revolutionäre Kader Weder öffentliche Zustimmung noch eine Straßenaktion reichen aus, um den Erfolg der Revolution in einer technisch so fortschrittlichen Gesellschaft sicherzustellen. Die hohe Komplexität der Regierung, ihre verdeckte Macht und ihre Kolonialisierung durch die technokratische Kaste machen aus ihm eine eigene, abgeschottete Welt, die zugleich wasserdicht und machtvoll ist. Eine politische Bewegung als Fahnenträger des Nationalismus muss selbst öffentlich zu den Menschen sprechen und sie für ihre Sache gewinnen. Fußend auf einem hierarchischen Korps aus Kadern und geschulten Aktivisten und in territorialen wie gesellschaftlichen Zellen organisiert, strebt sie die Zustimmung der Massen an. In offener oder weniger offener Verbindung mit der politischen Bewegung werden allmählich „Basen“ das Ziel, die Kontrolle über ein bestimmtes Milieu durch soziale Aktionen zu erlangen und dabei Widersacher auszuschalten und bislang Unentschlossene zu absorbieren. All dies ruht auf den Schultern spezialisierter nationalistischer Kader, die in der Lage sind, derartiges zu organisieren. Die Infiltrierung des Staatsapparates, die Schaffung einer vitalen politischen Bewegung und die Verankerung sozial spezialisierter Basen sind die wichtigsten Zweige der nationalistischen Organisation. Diese Basen müssen zentral gelenkt werden. Die Organisation wäre also in der Lage, eine landesweite Kampagne aus dem Boden zu stampfen und zu organisieren. Tausende revolutionäre Kader werden den Nationalismus zum Sieg führen.

4. Der Maßstab des Okzidents:

Eine äußere Lunge Die propagandistischen Mittel dieser Gruppen werden genutzt, um die Aktion in Frankreich zu unterstützen, Journale, Broschüren, Konferenzen, Tagungen, Versammlungen und Unterstützungskomitees stimmen dieselben Parolen in den unterschiedlichsten Sprachen an. Arbeitsgruppen wurden eingesetzt und Unterkünfte für verfolgte Aktivisten organisiert.

Solidarität und Orchestrierung: Dadurch muss das Gefühl eines gemeinsamen Kampfes der europäischen Völker für ihr Überleben gegen diejenigen, die sie versklaven wollen, entstehen. Der Ausbau derartiger Initiativen soll eine regelrechte Orchestrierung rund um ein zentrales und zugleich simples Thema erlauben: Den Kampf gegen den Kommunismus und gegen all diejenigen, die ihn befürworten!

Neues Blut Der Eintritt der Jugend in den politischen Kampf, der Einfluss der Kämpfer in Frankreich und die neuen Probleme haben den Bedarf nach einer neuen Definition der nationalistischen Ideologie als gemeinsame Doktrin des jungen Europas beschleunigt.

5. Für den Anfang:

Für den Anfang müssen wir die Voraussetzungen für eine volksnahe und explizit legale Organisation schaffen. Es ist notwendig, überall und auf allen Ebenen eine konstruktive Kritik der Aktionen der Vergangenheit durchzuführen und gemeinsam an der neuen Definition des Nationalismus zu arbeiten. Wir müssen reden, schreiben, erklären und die Presse des Widerstandes für diese Aufgaben öffnen. Komplotte sind nicht zielführend, ja sind sogar schädlich. Verschwörer gleichen alten Jungfern, die sich versammeln, um Gift und Galle zu spucken. Ob Salon-Verschwörer oder Terroristen: Beide zerschneiden selbst das Band zu ihren Landsleuten.

Der revolutionäre Geist: Es sind nicht die Methoden, sondern die Ziele, die eine revolutionäre Organisation kennzeichnen. Verbalradikalismus und apokalyptische Übertreibungen haben nie zum Fortschritt des Nationalismus beigetragen, im Gegenteil. Der Gegner findet darin einfache Argumente und die Bürger wenden sich von Menschen ab, die sich wie gefährliche Verrückte präsentieren. Die Karikatur des revolutionären Geistes ist in Programmatik, Einstellungen und Aktionen der Feind der Revolution. Es sind vor allem die jungen Geister, die sich vor ihm in Acht nehmen müssen. Sich eine Fantasie-Uniform auszudenken, Sektiererei mit Unnachgiebigkeit zu verwechseln und grundlose Gewalt zu bejahen, sind Praktiken, die auf nichts anderem als Infantilismus beruhen. Die Revolution ist aber weder ein Faschingsball noch ein Ventil für Spinner. Die revolutionäre Aktion ist nicht die passende Gelegenheit, um den Purismus zu verfallen (Purismus = das Bestreben, eine Sprache möglichst von Fremdwörtern rein zu halten).

Verankerung bei den Menschen: Die Aktionen sollen den von der Propaganda des Regimes vergiften Geister der Menschen die Augen öffnen, ihnen das nationalistische Ideal vor Augen halten und sie organisieren, um siegreich zu sein. Deshalb muss das Hauptaugenmerk auf der Propaganda liegen, die legal in die Massen getragen wird. Dafür ist eine volksnahe Arbeit in allen Bereichen notwendig. Um
dies zu erreichen benötigt man Basen in vielen Gebieten. Selbst, wenn man nur eine Basis hat, die ordentliche Arbeit leistet, so ist dies wesentlich besser, als wenn man 10 Basen hat, die nur halbe, wirkungslose Arbeit leisten.

6 Handarbeit oder Effizienz:

Die Handarbeit Doch was zu Beginn nötig war, entwickelt sich beim Wachsen einer Organisation zu einer Katastrophe. Einige wenige Aktivisten sind umringt von unzähligen Aufgaben, die einen wichtiger als die anderen. In ihrem Umfeld ist es derweil zur Gewohnheit geworden, sich bei allem auf sie zu verlassen. Aus Angst, dass eine Aufgabe von einem Zuständigen nur mittelmäßig erfüllt würde, verbleibt die Aufgabe dann letztlich doch beim altgedienten Aktivisten. Viele machen dann den Fehler, dass sie denken, dass in diesem handwerklichen Stadium des Aktivismus jeder alles machen können muss, aber niemand ist für irgendwas verantwortlich sein kann. Aufgaben müssen nach Können, Qualifikation und Kompetenz vergeben werden, alles andere ist Ressourcenverschwendung.

Arbeitsteilung und Zentralisierung: Die Vielfalt der Tätigkeiten der Organisation, die Vielfalt der Milieus, um die sie kämpft und der teils verdeckte, teils offene Charakter des Kampfes erfordern eine Arbeitsteilung, die in manchen Fällen bis zur Spaltung gehen muss. Im Inneren jeder Teileinheit gilt es wiederum, abermals arbeitsteilig vorzugehen und Spezialisierung zu forcieren. Der Kampf ist nicht einheitlicher Natur. Deshalb muss die Arbeitsteilung auch auf der Ebene der lokalen Organisationen angewandt werden. Mitglieder müssen aktive Elemente in einem Gesamtorganismus sein, die für klar abgesteckte Aufgabenbereiche verantwortlich sind.

Zum Buch: https://www.jungeuropa.de/autoren/dominique-venner/189/venner-doppelpack

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