Effektive Virusbekämpfung = Milieuänderung = nachhaltige Systemänderung.

Die Corona-Krise zeigt uns in aller Deutlichkeit die Schwächen der globalisierten Wirtschaft auf: Bis vor wenigen Monaten wurden der angebliche Segen der Produktionsauslagerungen in Billiglohnländer als das Nonplusultra vom Berliner Regime gepredigt.

Als vor aller Augen dann sichtbar wurde, dass selbst einfachste Schutzausrüstung für Krankenhäuser und Pflegeheime nicht in ausreichender Menge vorhanden war, weil man in der kapitalistischen „just-in-time“-Wirtschaft auf kostspielige Vorratsproduktion nur allzu gern verzichtete, schoben die Politiker den Schwarzen Peter dem Volke zu.

Ihre Forderungen waren und sind immer noch: Selbstisolation, Besuchsverbote für Alte und Kranke, die Beendigung des gesellschaftlichen Lebens, ja selbst die Teilnehmerzahlen für Beerdigungen Angehöriger wurde vom System begrenzt. Eingriffe, die es in der Geschichte so noch nicht gegeben hat.


Begleitet wurden diese Maßnahmen von unermüdlichen Appellen an unsere Solidarität. Eine Solidarität, die im sonstigen Alltag der Menschen durch das widernatürliche System des „jeder-gegen-jeden“ zum Zwecke der Profitmaximierung einiger Weniger gnadenlos und wissentlich unterhöhlt wird.

Es wäre an dieser Stelle zu umfangreich, um auf die biologischen Ursachen dieser weltweiten Pandemie einzugehen, dennoch sei auf den berühmten Satz des französischen Mediziners Claude Bernard hingewiesen (1813-1878):

„Der Erreger ist nichts, das Milieu ist alles.“

Wir sind weit davon entfernt, jegliche Gefahr der aktuellen Virus-Epidemie zu bestreiten. Wenn wir uns aber das Milieu ansehen, in welcher es ein normaler Corona-Virus schafft, ganze Volkswirtschaften lahmzulegen und alle Menschen in ihren Grundrechten massiv eingeschränkt werden, damit die zusammengesparten Gesundheitssysteme nicht vollends kollabieren, dann stimmt mit diesem Milieu offensichtlich etwas nicht.

Besagtes Milieu ist die globalisierte Welt neoliberaler Prägung. Jene ist gekennzeichnet von der zwangsläufigen Privatisierung des Gesundheitswesens, der Deregulierung der Arbeit, der Verschwendung von Ressourcen, der zunehmenden Umweltverschmutzung, der galoppierenden Verstädterung, der Hypermobilität, der Überbevölkerung der Großstädte und der industriellen Ernährung.

Insbesondere auch durch die in den Exzess getriebene (physische und psychische) Auszehrung des Menschen, wo Viren den besten Nährboden finden. Alles ideale Bedingungen für Pandemien, wie die aktuelle. Die aktuelle Viruspandemie mit ihren weltweiten negativen Folgen ist ein Weckruf an uns alle. Sie zeigt die Fragilität „unseres“ Systems auf und es wäre falsch nur die offensichtlichsten Symptome, nämlich die Beschränkung unserer Grundrechte, zu kritisieren.

Was kann man tun?
Grundvoraussetzung einer Änderung der Verhältnisse ist, dass die Kritik der aktuellen Zustände auf das Niveau einer Systemkritik gehoben wird. Im Zuge dessen ergeben sich organisatorische Strukturen, die sich erst vor Ort und später darüber hinaus vernetzen können.

Es müssen soziale Freiräume und wirtschaftliche Netzwerke entstehen, aus denen die „Logik“ des angeblich unumgänglichen Profitstrebens vertrieben wird. Diese haben das Potential in den trostlosen marktwirtschaftlichen Alltag der Mehrheitsgesellschaft auszustrahlen und können so der Grundstein dafür sein, dass dort ebenfalls umgedacht wird.

Das jetzige System wird sich nie von innen heraus und mit demokratischen Mitteln, die es uns zur Verfügung stellt, ändern lassen. Nein, wir müssen ein Gegensystem von unten her aufbauen. Das ist mühsam und langwierig, aber es gibt dazu keine Alternative.
Aber es gibt erste Ansatzpunkte: aus den spontan entstandenen Hilfsnetzwerken der Menschen untereinander müssen dauerhafte solidarische Strukturen entstehen. Diese Refugien könnten, bei einer entsprechenden Bewusstwerdung der Akteure für die hinter der aktuellen Krise stehende Systemproblematik, Keimzellen einer neuen Gesellschaftsordnung ein.

Je mehr Menschen das begreifen, umso schwieriger wird es für die Symptombekämpfer jeglicher politischen Herkunft, dass wir ihnen „auf den Leim gehen“ und sie unsere Protestenergie sinnlos für ihre eigennützigen Zwecke verbrauchen.

„Wenn das so bleibt, was ist, seid ihr verloren.
Euer Freund ist der Wandel.
Euer Kampfgefährte ist der Zwiespalt.
Aus dem Nichts müsst ihr etwas machen.
Aber das Großmächtige soll zu nichts werden.
Was ihr habt, gebt auf und nehmt euch,
was euch verweigert wird.“
– Bertolt Brecht –

Dieser Text wurde als Flugblatt von uns in Saalfeld unter die Leute gebracht. In den nächsten Tagen werden weitere hunderte Flugblätter verteilt. Neue Aktionen sind in Planung. Wir sehen uns auf den Straßen Thüringens!

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